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WAS IST EIGENTLICH "DIGITALISIERUNG"?

 

Mit der Lernwerkstatt Digitalisierung möchten wir Menschen auf ihrem Weg zu mehr Digitalisierungsverstehen unterstützen. Weil ohne ein grundlegendes Verständnis digitaler Technologien es nicht möglich ist, ihre Potenziale wirklich zu nutzen. Aber was ist eigentlich gemeint, wenn von "Digitalisierung" die Rede ist?

 

Für den Begriff der Digitalisierung gibt es keine eindeutige Definition und so geraten die Grundlagen schnell aus dem Blick. Mit Digitalisierung kann in unterschiedlichen Zusämmenhängen jeweils etwas ganz anderes gemeint sein.

 

Digitalisierung als technischer Vorgang: Umwandeln von analogen Informationen in digitale Formate

Der ursprüngliche Vorgang der Digitalisierung besteht darin, analoge in digitale Information umzuwandeln. Dahinter steht das Ziel, geschäftliche oder soziale Prozesse zu verbessern. 

 

Digitale Informationen bestehen aus Einsen und Nullen. Sie können nicht verzerrt werden und ihre Übertragung geschieht ohne Verluste. Digitale Informationen werden von Kommunikationsnetzwerken auf der ganzen Welt verwendet, gespeichert und verarbeitet. Digitale Formate lassen sich flexibler und schneller verarbeiten als analoge Informationen.

 

In ihrer Geschichte lässt sich die Digitalisierung auf die Umwandlung von analogen Medien wie Fotografien, Tonaufnahmen, Filmen oder Dokumenten zurückführen. Ergebnis der Digitalisierung sind Dateien, die aus einer Folge von Bits und Bytes bestehen.

 

Mittlerweile werden die meisten dieser Medien direkt in digitaler Form, ohne analoge Vorstufe produziert. Die Erstellung, Speicherung, Verteilung und Verarbeitung der digitalen Daten erfolgt mithilfe moderner Informationstechnik wie Computer, Smartphones, Kommunikationsnetze, Internetanwendungen und Datenbanken. 

 

Wie analoge Informationen digitalisiert werden

Sollen analoge Informationen in digitale Formate umgewandelt werden, sind verschiedene Arbeitsschritte zu durchlaufen. Analoge Informationen können grundsätzlich alle Werte sein, die mit Sensoren erfassbar und messbar sind. Dazu zählen beispielsweise Tonaufnahmen, Videoaufnahmen, Dokumente, Bilder, Umgebungswerte wie Temperaturen und Windgeschwindigkeiten oder Magnetfelder.

 

Als Sensoren zur Messung der analogen Werte kommen Mikrofone, Bildsensoren, Scanner, Thermometer und andere Geräte zum Einsatz. Der Sensor liefert die erfassten analogen Werte in der Regel in Form von elektrischen Spannungskurven. Diese verarbeitet anschließend der Analog-Digital-Wandler. Er tastet die Spannungskurven in definierten Intervallen ab, bestimmt die Größe des Messwerts zum Abtastzeitpunkt und übersetzt das Ergebnis ein einen digitalen Wert. Die Gesamtheit aller Werte kann anschließend in einer Datei abgelegt werden.

 

Die Digitaltechnik nutzt in der Regel ausschließlich binäre Werte, die nur die beiden Zustände 0 oder 1 annehmen können. Die binären Informationen lassen sich durch Prozessoren verarbeiten. Je nach Format der digitalen Daten sind die binären Werte nach bestimmten Schemata und Kodierungen geordnet. Die Dateiformate nehmen daher eine wichtige Bedeutung ein, da sie den informationstechnischen Geräten vorgeben, wie die Daten zu interpretieren sind.

 

Vorteile der Digitalisierung

Die Digitalisierung bietet im Vergleich zur analogen Verarbeitung von Informationen viele Vorteile. Liegen die Informationen in digitaler Form vor, lassen sie sich mithilfe von Datenverarbeitungssystemen verwenden, bearbeiten, wiedergeben, speichern und verteilen. Sie sind maschinell lesbar und dadurch schneller zu verarbeiten und zu durchsuchen. 

 

Im Gegensatz zu analogen Informationen kommt es bei digitalen Daten durch mehrfache Verarbeitung oder durch die Verteilung über Kommunikationsnetze zu weniger Verfälschungen und Fehlern. Bei entsprechenden Maßnahmen bleibt die Ursprungsdatei immer gleich. Ein weiterer Vorteil digitaler Daten ist die Möglichkeit der Langzeitarchivierung ohne Qualitätsverlust. Um Daten lange aufzubewahren, müssen sie regelmäßig auf neuen Datenspeichern abgelegt werden. Analoge Daten verlieren bei diesen Migrationen kontinuierlich an Qualität. Digitale Daten hingegen bleiben völlig unverändert und sind beliebig oft speicherbar. Einfach erstellbare Kopien der digitalen Daten verhindern den Informationsverlust.

 

Die Digitalisierung lässt sich auch einsetzen, um analoge Originale durch die Verwendung digitaler Kopien zu schonen. Analoge Inhalte können schon durch mehrfache Wiedergabe an Qualität verlieren. Bei den digitalen Kopien ist dies nicht der Fall. Beispiele für den Qualitätsverlust analoger Medien bei der Wiedergabe sind das Blättern in Büchern, das Anstrahlen von Diapositiven oder das Abspielen einer Schallplatte über die Tonnadel.

 

Problemstellungen bei der Digitalisierung

Grundsätzlich entsteht bei der Digitalisierung ein Qualitätsverlust. Dieser ist darin begründet, dass bei der Abtastung des analogen Signals und der Ermittlung des Signalwerts nur endliche Werte mit einer vorgegebenen Auflösung erzeugt werden. Je feiner die Auflösung ist, desto exakter bildet das digitale Format die ursprüngliche analoge Information ab. In vielen Fällen lässt sich die Auflösung so wählen, dass die menschlichen Sinnesorgane kein Unterschied zwischen dem analogen Ursprungssignal und der digitalen Kopie wahrnehmen. Beispiele hierfür sind die hohen Auflösungen von Bildschirmen, bei denen das Auge keine einzelnen Bildpunkte mehr erkennen kann, oder digitale Tonwiedergaben, die den hörbaren Frequenzbereich und das komplette Hörvermögen des menschlichen Ohrs abdecken.

 

Digitalisierung als gesellschaftlicher Prozess: die digitale Transformation. 

Inzwischen hat sich der Begriff „Digitalisierung“ jedoch von der Beschreibung eines neutralen, technischen Vorgangs weitgehend abgelöst und 

wird immer weniger in seiner ursprünglichen Bedeutung verstanden.

 

Wenn heute von „der Digitalisierung“ die Rede ist, geht es fast immer um die Veränderungsprozesse, die mit der Nutzung digitaler Informationen in der Gesellschaft inklusive Wirtschaft, Kultur, Bildung und Politik einhergehen.

 

Digitalisierung als technische Infrastruktur

Wenn es um die Digitalisierung der Schulen oder gleich des ganzen Landes geht, ist damit oft die technische Infrastruktur in Form von Netzwerktechnologie (Abdeckung durch leistungsfähige Kabel- und Funknetze, Internetzugänge) und Computern gemeint. 

 

Insbesondere in bezug auf Schulen greift eine solche Diskussion jedoch zu kurz. Das Kern des Problem besteht weniger in nicht vorhandenen iPads. Der Kern des Problems besteht vielmehr darin, dass es vielfach an Wissen und Konzepten fehlt, was man damit eigentlich mit den Geräten sinnvollerweise anstellen sollte, wenn man sie denn hätte. 

 

Wenn die Lehrer nicht ausgebildet und darauf vorbereitet werden, ihren Schülern die digitale Welt zu erläutern, dann sind sie nicht in der Lage, fundierte und sachgerechte Informationen zu vermitteln und ihre Schüler auf die neue digitale Arbeitswelt vorzubereiten. 

 

Selbst dann nicht, wenn ihnen ausschließlich „Digital Natives“ gegenübersitzen. Sich im Netz gut auszukennen und in den Sozialen Medien aktiv zu sein, bedeutet schließlich noch lange nicht, dass man auch versteht, wie die Welt funktioniert, in der man da unterwegs ist.

 

 

Quellen dieses Textes und weiterführende Informationen

 

https://www.bigdata-insider.de/was-ist-digitalisierung-a-626489/

 

https://blog.item24.com/digitalisierung/digitalisierung-einfach-erklaert/

 

https://digital-magazin.de/digitalisierung-definition/

 

https://www.computerwoche.de/a/beim-aufbau-digitaler-kompetenz-ist-systematik-gefragt-nicht-aktionismus,3545348

 

 

 

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